Optische Isotropie von Festkörpern - Die Klärung eines Missverständnisses
- 1Institut für Physikalische Chemie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
- 2Otto-Schott-Institut für Glaschemie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
- 3Department of Inorganic Chemistry, Universität Stockholm
- 4Department of Chemistry, University of Tennessee, Knoxville
thomas.mayerhoefer@uni-jena.de
Unter "optischer Isotropie versteht man gemeinhin, dass sich die optischen Eigenschaften eines Materials mit einer skalaren dielektrischen Funktion charakterisieren lassen, deren Dispersion mit einfachen Modellen beschrieben werden kann [1]. Scheinbar können durch die Modellierung wichtige Informationen gewonnen werden, z.B. die Resonanzfrequenzen der Restrahlenbanden. Solche Modellierungen sind allerdings im Falle zufällig orientierter, polykristalliner Materialien mit nichtkubischer Kristallsymmetrie grundsätzlich nicht sinnvoll [2]. Des Weiteren sind die optischen Eigenschaften dieser Materialien generell nur solange mit einer gemittelten dielektrischen Funktion beschreibbar, wie ihr Kristallitdurchmesser klein im Vergleich zur Wellenlänge ist. Andernfalls lässt sich theoretisch wie experimentell zeigen, dass die Materialien - trotz Isotropie - Kreuzpolarisationserscheinungen aufweisen [3,4]. [1]: M. Born und E. Wolf, 1999, Principles of Optics (Oxford: Pergamon) [2]: T.G. Mayerhöfer, Appl. Spectrosc. 56, 1194 (2002) [3]: T.G. Mayerhöfer, J. Opt. A: Pure Appl. Opt. 4, 540 (2002) [4]: T.G. Mayerhöfer, Z. Shen, R. Keding, T. Höche, Optik 114, 351 (2003)